Hinweis: das ist ein alter Artikel von GamingHorror.net
Meine persönliche Zusammenfassung des Fachbesuchertags der gamescom:
Kollegen, Kollegen, Kollegen … dürfen natürlich auf der gamescom nicht fehlen. Interessant vor allem mal mit den früheren Kollegen zu sprechen, was deren Firmen besser oder (genauso) falsch machen. Zu hören wie die Stimmung ist und leider auch viel zu oft zu hören wie sich bestimmte Firmen einfach kein bißchen weiterentwickeln. Ich war auch ein bißchen beeindruckt wie verschlossen sich die Kollegen von Blue Byte verhielten. Von den drei Leuten sagte keiner ein Wort über das aktuelle Projekt. In der Regel hört man doch wenigstens schonmal ein “wir machen ein Strategiespiel” oder “wir basteln grade an einem Prototypen für ein Weltraumspiel”. Nichts. Die Jungs von Blue Byte gaben nicht ein Sterbenswörtchen preis. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, das sich eigentlich jeder selbst ausmalen kann das Blue Byte im Grunde nur an einem weiteren Siedler arbeiten dürfte. Vielleicht fällt ihnen deswegen die Geheimhaltung so leicht, weil man so noch wenigstens ein klein wenig Spannung erzeugen kann. Aber wer weiss, vielleicht überrascht Blue Byte ja doch mit einem Megakracher? Mir persönlich wäre auch ein neuer Titel in der Battle Isle Serie sehr viel lieber. Time will tell. Naja, und ich war mal wieder nicht derjenige der mit Infos zu unserem Vorhaben gegeizt hat – auch wenn ich mich nicht mehr erinnern kann eine ganz bestimmte Sache gesagt zu haben, habe ich mich doch als erstes im Verdacht. An dieser Stelle also meine Bitte um Stillschweigen im Nachhinein auch wenn vermutlich eh keiner weiss was ich jetzt damit meine.
Aktenzeichen Ascaron – aufgelöst! Überrascht hat es mich nicht von den Sacred Entwicklern deren Empörung zum Gamestar Artikel “Akte Ascaron” zu vernehmen. Zu sehr hätten sich ausgerechnet die falschen Leute ins rechte Licht gerückt. So sehr ich das auch nachvollziehen kann musste ich mich auch fragen: ist das nicht immer so? Und: ich war nicht dabei, also halte ich mich mit Urteilen zurück. Ich weiss von anderer Stelle was da alles drunter- und drübergelaufen ist und selbst nach der Insolvenz wie Unsachgemäß der Umgang mit Soft- und Hardware vonstatten ging. Meine eigene Erfahrung hat mich ausserdem gelehrt, wie sehr die Wahrnehmung von Mitarbeiter zu Mitarbeiter variieren kann. Das einzige was ich wiederholt gesagt habe und wovon ich überzeugt war und bin, ist das der Verfall von Ascaron hausgemacht ist – ich denke das hat sich bestätigt. Ausserdem weiss ich das die Kollegen bei Sacred zu den absolut besten Entwicklern hier in Deutschland gehören. Jetzt darf jeder eins und eins zusammenzählen. Im nachhinein hab ich dann auch endlich mal den Gamestar Artikel “Akte Ascaron” gelesen. Aufschlussreich, auch wenn ich nicht weiss worüber sich alle enervieren. Aber wie gesagt: ich war nicht dabei. Spannend ist allerdings wenn man sich im Unternehmensregister mal ansieht welche Geschäftsbilanzen Ascaron in den Jahren davor aufwies. Also die Spatzen bliesen, posaunten und trompeteten den Untergang doch schon vor Jahren von den Hochhausdächern, Moscheen und durch alle Bahnhofssprechanlagen. Vermutlich bleibt es letzterem geschuldet, das es keiner kommen sehen hat? “Bra bah blu awha vowhn Geiis nün üw wver Fann pfud zos gretn.”
Oh, und an dieser Stelle eine Eilmeldung: Jowood verschiebt den Start von Gothic 4 ins nächste Jahr! Man wolle die Qualität bra bah blu awha vowhn bla bla blah. Ich weiss auch schon den Releasetermin: 25.02.2009. Ok, ich weiss ihn nicht wirklich, aber wenn man weiss, dass die Rechte an Gothic an einen Investment Verein übergehen wenn es nicht bis zu diesem Datum im Laden steht, dann braucht man noch nicht mal das kleine Einmaleins zu bemühen und kauft besser frühestens im Sommer – denn dann sind auch die ersten 7 Patches draussen die die gröbsten Fehler beseitigen. Oder sehe ich das zu schwarz?
Jörg Langer von GamersGlobal habe ich etwas unsanft “überfallen” als ich beim vorbeirauschen ihn im Augenwinkel erkannt hatte. Sorry Jörg, falls ich da wie ein verrückter Fanboy gewirkt haben muss, da war mein Mund einfach schneller als mein Hirn welches noch voll im gamer mode “cool wir schauen uns ein tolles neues Spiel mit vieeeeel Blut an” war. Danke jedenfalls für das Gespräch und die insights in GamersGlobal. Wäre ich nicht so vollgestopft mit Arbeit um unser Vorhaben umzusetzen würde ich gerne sofort einen zweiten oder sogar regelmässig Artikel schreiben. Aber der nächste kommt bestimmt! Bis dahin unterstütze ich GamersGlobal so gut ich kann, weil mich “Mitmach-Konzepte” einfach faszinieren. Ich denke das Konzept wird auf jeden Fall aufgehen, denn die Webpräsenz von Gamestar, PC Games und Co finde ich nicht konkurrenzfähig – mal abgesehen von der Zielgruppe “männlich, 12-14 Jahre”. Aber auch wenn mans oft nicht glauben mag: selbst die werden irgendwann erwachsen! So, und wenn ich mich jetzt nur noch erinnern könnte wer der nette Herr im Anzug neben Jörg war. Ach, war wahrscheinlich nur der Deutschlandchef von EA, niemand wichtiges. Da darf man auch mal scherzen das einen EA für teures Geld bald wieder aufkaufen solle. Ich glaube ich sollte mein Geld mit Fettnäpfchen verdienen – bei meiner Expertise eine Goldgrube! Mit einer Ausnahme: Elton kann ich noch nicht das Wasser reichen – der war übrigens auch da. Oh … mein …. Gott!
Diablo 3 per Plex – mit freundlichem Dank an Blizzard’s Community Manager Plex der uns zur Hintertür reinwinkte, um kurz vor Ladenschluss doch noch einen persönlichen Eindruck von Diablo 3 zu bekommen. Und der war gut! Es ist in erster Linie mal Diablo, punkt. Ich seh auch schon den einen oder anderen rumnörgeln, da habe sich doch nichts getan. Na und? Da mag Bobby Kotick wohl recht haben, wenn er sagt das Gamer das neu-erfinden des Rads gar nicht wirklich wollen, sondern nur das bekannte ein bißchen besser. Früher gehörte ich auch zu der Gruppe die nicht genug Innovation kriegen konnte, heute muss ich sagen: Bobby geht heim … äh, Bobby hat Recht! Es reicht meist vollkommen aus, bestehendes zu verbessern – wenn dies konsequent geschieht! Keine weitere Diskussion. Und im Falle von Diablo 3 – es sieht einfach Blizzard-typisch fantastisch aus weil sie es mal wieder geschafft haben die richtigen Akzente zu setzen, einen wunderschönen Artstyle haben und sehr schöne Effekte und Animationen abspielen. Ich glaube Diablo 3 könnte mich tatsächlich mal wieder eine Weile vor den PC fesseln – dennoch hoffe ich weiterhin auf eine Konsolenversion. Und nochmal ein dank an Plex der uns noch ein paar Insights mit auf den Weg gab. Verdammt, wir glauben dir einfach mal das Blizzard der beste Developer ist für den man arbeiten kann – die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Insofern hätte uns eigentlich nicht überraschen dürfen, das selbst die Bosse noch voll in der Produktion beteiligt sind und natürlich die gesamte Firma mit allen Mitarbeitern an den internen Feedbackprozessen beteiligt ist. Warum machen das andere nicht auch so? Vermutlich weil es mit Aufwand und demzufolge Kosten verbunden ist. Schade, das sollte Schule machen. Ich frage mich jetzt nur noch eins: wann kommt Diablo 3 eigentlich? Man munkelt etwas von 2012 …
Dies ist die letzte Konsolengeneration? Glaube ich nicht. Vielleicht ist es die vorletzte, aber dann auch nur um durch ein zeitgemässes Multimedia-Web-Streaming Gerät ersetzt zu werden. Vielleicht eins von Apple? Jedenfalls die nächste Konsolengeneration, die auch ganz bestimmt von Sony und Microsoft kommen wird, wird einfach nur mehr können und immer mehr zum Computer und Medienzuspieler werden. Anmerkung: das habe ich gedacht/gesagt bevor EA rausrückte mit der Prognose das es erst noch eine Xbox 560 und eine Playstation 3.5 geben wird bevor die neue Konsolengeneration antritt. Das bestehende verbessern, hatten wir das nicht schonmal? Die Zukunft der Spiele zuhause, davon bin ich überzeugt, liegt weiterhin im Wohnzimmer. Für unterwegs dagegen vorerst mal bei Apple – iPhone und iPod touch sei dank. Und natürlich Nintendo mit seinem DS(i). Wie sich dagegen PSP Mini und PSP Go behaupten werden? Abwarten. Wie eine Rakete dürften die Geräte allerdings nicht losgehen, das würde mich extrem überraschen. Und webgames werden nicht zuletzt der Smartphones wegen immer mehr überall nutzbar sein – aber eben auch zuhause vor dem Fernseher, vielleicht mit angepasster Steuerung für Wii Fuchteln (unpraktisch) oder (schon eher) Project Natal. Die gerätespezifischen Spiele, die die jeweilige Hardware auch bis ins letzte ausreizen, werden deswegen keinesfalls wegsterben – werden sich aber nur nur noch lohnen wenn sich die Geräte ähnlicher und somit die Portierungen leichter werden oder ein bestimmtes Gerät besonders grossen Marktanteil gewinnen kann. Und gestreamte Inhalte dank Cloudcomputing und soziale Netze in denen man sich per Audio- und Videoschnipsel unterhält kommen auch noch auf den Fernseher. Per Konsole. Oder wie immer man die Dinger dann nennen wird. Social-Games-Multimedia-Web-Set-Top-Box vielleicht? Die Zukunft der Spiele jedenfalls, die könnte ähnlich der Filmindustrie verlaufen – krasse Erlebnisse durch teure Filmproduktionen auf der großen Leinwand präsentiert gegenüber low-budget Produktionen nur für den DVD Verkauf, die teilweise mehr einnehmen als die Blockbuster, aber trotzdem keiner kennt. Im Spielebereich hiesse das boxed product vs downloadable content – wobei letzteres stark anziehen wird und ersterem immer öfter den Schneid abkaufen wird.
Fachbesuchertag – wirklich? Ich war nicht der einzige der erstaunt war, wieviele Kinder (!) bereits am Fachbesuchertag unterwegs waren. Gestört hat es mich nicht besonders, befremdlich fand ich es schon.
Die Kölner Klimaanlage funktionierte prächtig! Gott sei dank! Der Imbissbude im Biergarten dagegen gingen die Ofenkartoffeln und Bratwürste aus, weil nicht schnell genug nachgelegt wurde. Und dazu bestätigte jeder ohne Nachfrage sofort wie eklig, matschig und ungewürzt die Kartoffelecken waren.
Das Rauchverbot in den Hallen in allen Ehren – aber muss das sein das jetzt alle Raucher draußen auf einem Fleck stehen, so das man das Gefühl hat das wäre wie früher in einer Kneipe? So lächerlich die gelb umrahmten Raucherbereiche auf Bahnsteigen sind – da sie nicht in eine Käseglocke mit Dunstabzug eingehüllt sind – so sehr hätte ich sie mir in den Außenbereichen der Messe gewünscht. Am besten weit weg von allen gemütlichen Sitzgelegenheiten und fernab jeglicher Nahrungszubereitung und -zuführmöglichkeit. Vielleicht war deswegen das einzige Messe-Restaurant derart ausgebucht und extrem überteuert? Aber gut, das ist ein globales Problem. Heutzutage mag man sich in Restaurants lieber drinnen aufhalten, weil draussen die Raucher qualmen. Ich finde das Rauchverbot hat das Problem nur verlagert und sollte erweitert werden: überall wo getrunken oder gegessen wird, soll nicht mehr geraucht werden dürfen. Egal ob drinnen oder draussen. Basta!
Die Ausstellung klassischer Computer war sehr nett anzusehen aber einfach viel zu klein und schlecht präsentiert. In den beleuchteten Glasvitrinen war einzig die oberste Ablage beleuchtet, alles darunter verschwand im Schatten. Schade drum. Übrigens war der Sony Stand gleich nebenan, und ähnlich vernachlässigt – kein Mensch wollte an den PSPs spielen und nur vereinzelt standen Besucher an den Playstations. Es war zwar Fachbesuchertag aber bei Microsoft und selbst bei Nintendo in derselben Halle sah das doch deutlich belebter aus. Ich gehe jede Wette ein das dies an den öffentlichen Tagen besser aussieht, aber der Nintendo Stand einige Schritte weiter dennoch doppelt so gut besucht sein dürfte. Ich wundere mich einfach das sich Sony scheinbar freiwillig hinter Nintendo in die dritte Reihe eingereiht hat – in das hinterste Eck der letzten Halle, zwischen Klassik-Computern und Imbissstand wirkte das sehr verloren.
Die EA Lounge hätte ich beinahe vergessen. Ein Ort der Andächtigkeit im Untergeschoß. Ich hätte nicht gedacht das ich mich bei meinem bald Ex-Arbeitgeber derart wohl fühlen würde. Klar, da sind auch die ganzen Leute die man so kennt, und da tritt einem auch schonmal ein Tim Schäfer vor die Füße. Nicht ganz selbstverständlich waren sogar die Getränke umsonst. Und die Toiletten kaum besucht – vermutlich weil sie mangels Beschilderung kaum einer gefunden hat. Und die Musikuntermalung … ja, gabs überhaupt eine? Wenn ja war die Auswahl und Lautstärke perfekt gewählt. Die Partystunde ab 18 Uhr hat die Beleuchtung dann auch richtig interessant werden lassen. Ich war sehr überrascht zu sehen das draußen noch taghell war als wir um 19 Uhr die Lounge verliessen.
Meine Hot Pants Theorie: je jünger die Zielgruppe, desto hotter (sprich: kürzer) die Pants. Der Boothbabes natürlich. Dabei fand ich ausgerechnet die familienfreundlichen Wii-Girls am süssesten (neben den Damen von der EA Lounge). Vielleicht auch nur weil sie die einzigen waren, die nicht dum rumstanden und Zettel verteilt haben sondern flott rumgehüpft sind und elegant die Wiimote geschwungen haben. Das ist das neue sexy, liebe Mädels – echte Playgirls! Oh, a propos sexy Rundungen: bin ich eigentlich der einzige der den ferngesteuerten R2D2 nicht gesehen hat?
Mein Fazit: viel dreckige Wäsche gewaschen und mal ein paar Kontakte gepflegt und sogar das ein oder andere sehr interessante Gespräch oder eine vielversprechende Bemerkung aufgeschnappt. Insgesamt bin ich um ein paar Erfahrungen reicher und zufrieden, wenn ich auch weiter an meinen social skills arbeiten sollte.
