Spielefirmen sterben eines natürlichen Todes

Um es mal auf den Punkt zu bringen:

Meistens scheitern Entwickler-Studios daran, das sie im Vorfeld die Arbeit unterschätzen oder zu ambitioniert sind – oder einfach nicht wissen, was sie da tun (wollen). Nicht selten alles zusammen. Dann kommt der Publisher und will X bis zum Xten Xten ZweitausendX und gibt dafür X Geld – da liegt der Fehler das sowohl Zeit & Geld als auch die Features unveränderliche Konstanten sind.

Man kann aber nur feste Features entwickeln mit variablem Zeitraum, oder bis zu einem festen Zeitpunkt soviel entwickeln wie eben passt. Das verstehen leider allzu häufig weder Entwickler noch Publisher. Das Problem wird potenziert mit steigendem Aufwand und zunehmender Komplexität des Projekts und abnehmender bzw. schlicht mangelhafter (und unehrlicher) Kommunikation zwischen Entwickler und Publisher. Ja, am liebsten möchte man doch insgeheim beim nächsten Projekt einen anderen Partner haben – das ist das beste Beispiel nicht für die Unfähigkeit einer der oder beider Seiten, sondern für mangelhafte Kommunikation und mangelnde Transparenz im Arbeitsprozess. Das es an der Fähigkeit einer der beiden Parteien scheitert ist aus meiner Sicht eher selten der Fall, und wenn, dann wirklich so offensichtlich das man dies selbst als Außenstehender erkennen kann.

Der Entwickler sitzt dabei in aller Regel am kürzeren Hebel, egal ob der Publisher ein Weltkonzern ist oder in einer Hinterwaldsblockhütte arbeitet. Und dabei ist es egal ob der Entwickler zum Publisher Konzern dazugehört oder beide schlichte Vertragspartner sind. Das ändert kaum etwas am Verfahren.

Einen guten Einblick in die Problematik bietet dieser Gamasutra Artikel (englisch): Teil 1 und Teil 2.

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PushButton Engine – erste Erfahrungen

Ich habe mich heute zum ersten mal mit Flash befasst. Bisher dachte ich immer, das wäre dieses furchtbar visuelle Tool das nur Grafik Designer einsetzen können und wollen und hielt ActionScript mehr für eine Sprache zur Automation des ganzen. Da mich Webspiele auch nie so richtig interessiert haben, hatte ich das bisher ignoriert.

Allerdings habe ich die PushButton Engine Entwicklung schon länger verfolgt, eigentlich schon seit Anfang 2009 bevor es überhaupt bekannt gemacht wurde. Denn dahinter stecken die ehemaligen Gründer von GarageGames, die mit ihrer Torque Engine den Indie Game Engine Markt komplett umgekrempelt haben. Das heisst, sie haben ihn erstmalig begründet soweit ich das beurteilen kann. Mittlerweile sind die Jungs schon längere Zeit nicht mehr mit dabei, und seitdem geht auch der Ruf von GarageGames und der Torque Engine leider in die Tiefe. Immerhin eines kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: eine Engine die nur mit Warning Level 1 (statt 4) ohne Warnungen kompiliert kann eigentlich kaum eine stabile Grundlage für Entwickler sein. Mich persönlich hat das genug abgeschreckt, um bei der Recherche für eine passende iPhone Game Engine die iTorque Engine als untauglich anzunehmen. Zumal die auch noch recht teuer ist, insbesondere wenn man bedenkt das man für 2D und 3D jeweils extra zahlen muss. Bessere Kandidaten sind dafür im übrigen Unity iPhone und vor allem für Programmierer die cocos2d iPhone engine.

Aber zurück zu Flash und der PushButton Engine. Ich kanns nur empfehlen mal mit dieser Engine rumzuprobieren, und wer des englischen mächtig ist kann auch mal meine Erfahrungen mit den Tutorials in deren Forum nachlesen. Entwickelt wird dabei in einer Visual Studio ähnlichen IDE, genannt FlashDevelop.

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gamescom and games go …

Hinweis: das ist ein alter Artikel von GamingHorror.net

Meine persönliche Zusammenfassung des Fachbesuchertags der gamescom:

Kollegen, Kollegen, Kollegen … dürfen natürlich auf der gamescom nicht fehlen. Interessant vor allem mal mit den früheren Kollegen zu sprechen, was deren Firmen besser oder (genauso) falsch machen. Zu hören wie die Stimmung ist und leider auch viel zu oft zu hören wie sich bestimmte Firmen einfach kein bißchen weiterentwickeln. Ich war auch ein bißchen beeindruckt wie verschlossen sich die Kollegen von Blue Byte verhielten. Von den drei Leuten sagte keiner ein Wort über das aktuelle Projekt. In der Regel hört man doch wenigstens schonmal ein “wir machen ein Strategiespiel” oder “wir basteln grade an einem Prototypen für ein Weltraumspiel”. Nichts. Die Jungs von Blue Byte gaben nicht ein Sterbenswörtchen preis. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, das sich eigentlich jeder selbst ausmalen kann das Blue Byte im Grunde nur an einem weiteren Siedler arbeiten dürfte. Vielleicht fällt ihnen deswegen die Geheimhaltung so leicht, weil man so noch wenigstens ein klein wenig Spannung erzeugen kann. Aber wer weiss, vielleicht überrascht Blue Byte ja doch mit einem Megakracher? Mir persönlich wäre auch ein neuer Titel in der Battle Isle Serie sehr viel lieber. Time will tell. Naja, und ich war mal wieder nicht derjenige der mit Infos zu unserem Vorhaben gegeizt hat – auch wenn ich mich nicht mehr erinnern kann eine ganz bestimmte Sache gesagt zu haben, habe ich mich doch als erstes im Verdacht. An dieser Stelle also meine Bitte um Stillschweigen im Nachhinein auch wenn vermutlich eh keiner weiss was ich jetzt damit meine.

Aktenzeichen Ascaron – aufgelöst! Überrascht hat es mich nicht von den Sacred Entwicklern deren Empörung zum Gamestar Artikel “Akte Ascaron” zu vernehmen. Zu sehr hätten sich ausgerechnet die falschen Leute ins rechte Licht gerückt. So sehr ich das auch nachvollziehen kann musste ich mich auch fragen: ist das nicht immer so? Und: ich war nicht dabei, also halte ich mich mit Urteilen zurück. Ich weiss von anderer Stelle was da alles drunter- und drübergelaufen ist und selbst nach der Insolvenz wie Unsachgemäß der Umgang mit Soft- und Hardware vonstatten ging. Meine eigene Erfahrung hat mich ausserdem gelehrt, wie sehr die Wahrnehmung von Mitarbeiter zu Mitarbeiter variieren kann. Das einzige was ich wiederholt gesagt habe und wovon ich überzeugt war und bin, ist das der Verfall von Ascaron hausgemacht ist – ich denke das hat sich bestätigt. Ausserdem weiss ich das die Kollegen bei Sacred zu den absolut besten Entwicklern hier in Deutschland gehören. Jetzt darf jeder eins und eins zusammenzählen. Im nachhinein hab ich dann auch endlich mal den Gamestar Artikel “Akte Ascaron” gelesen. Aufschlussreich, auch wenn ich nicht weiss worüber sich alle enervieren. Aber wie gesagt: ich war nicht dabei. Spannend ist allerdings wenn man sich im Unternehmensregister mal ansieht welche Geschäftsbilanzen Ascaron in den Jahren davor aufwies. Also die Spatzen bliesen, posaunten und trompeteten den Untergang doch schon vor Jahren von den Hochhausdächern, Moscheen und durch alle Bahnhofssprechanlagen. Vermutlich bleibt es letzterem geschuldet, das es keiner kommen sehen hat? “Bra bah blu awha vowhn Geiis nün üw wver Fann pfud zos gretn.”

Oh, und an dieser Stelle eine Eilmeldung: Jowood verschiebt den Start von Gothic 4 ins nächste Jahr! Man wolle die Qualität bra bah blu awha vowhn bla bla blah. Ich weiss auch schon den Releasetermin: 25.02.2009. Ok, ich weiss ihn nicht wirklich, aber wenn man weiss, dass die Rechte an Gothic an einen Investment Verein übergehen wenn es nicht bis zu diesem Datum im Laden steht, dann braucht man noch nicht mal das kleine Einmaleins zu bemühen und kauft besser frühestens im Sommer – denn dann sind auch die ersten 7 Patches draussen die die gröbsten Fehler beseitigen. Oder sehe ich das zu schwarz?

Jörg Langer von GamersGlobal habe ich etwas unsanft “überfallen” als ich beim vorbeirauschen ihn im Augenwinkel erkannt hatte. Sorry Jörg, falls ich da wie ein verrückter Fanboy gewirkt haben muss, da war mein Mund einfach schneller als mein Hirn welches noch voll im gamer mode “cool wir schauen uns ein tolles neues Spiel mit vieeeeel Blut an” war. Danke jedenfalls für das Gespräch und die insights in GamersGlobal. Wäre ich nicht so vollgestopft mit Arbeit um unser Vorhaben umzusetzen würde ich gerne sofort einen zweiten oder sogar regelmässig Artikel schreiben. Aber der nächste kommt bestimmt! Bis dahin unterstütze ich GamersGlobal so gut ich kann, weil mich “Mitmach-Konzepte” einfach faszinieren. Ich denke das Konzept wird auf jeden Fall aufgehen, denn die Webpräsenz von Gamestar, PC Games und Co finde ich nicht konkurrenzfähig – mal abgesehen von der Zielgruppe “männlich, 12-14 Jahre”. Aber auch wenn mans oft nicht glauben mag: selbst die werden irgendwann erwachsen! So, und wenn ich mich jetzt nur noch erinnern könnte wer der nette Herr im Anzug neben Jörg war. Ach, war wahrscheinlich nur der Deutschlandchef von EA, niemand wichtiges. Da darf man auch mal scherzen das einen EA für teures Geld bald wieder aufkaufen solle. Ich glaube ich sollte mein Geld mit Fettnäpfchen verdienen – bei meiner Expertise eine Goldgrube! Mit einer Ausnahme: Elton kann ich noch nicht das Wasser reichen – der war übrigens auch da. Oh … mein …. Gott!

Diablo 3 per Plex – mit freundlichem Dank an Blizzard’s Community Manager Plex der uns zur Hintertür reinwinkte, um kurz vor Ladenschluss doch noch einen persönlichen Eindruck von Diablo 3 zu bekommen. Und der war gut! Es ist in erster Linie mal Diablo, punkt. Ich seh auch schon den einen oder anderen rumnörgeln, da habe sich doch nichts getan. Na und? Da mag Bobby Kotick wohl recht haben, wenn er sagt das Gamer das neu-erfinden des Rads gar nicht wirklich wollen, sondern nur das bekannte ein bißchen besser. Früher gehörte ich auch zu der Gruppe die nicht genug Innovation kriegen konnte, heute muss ich sagen: Bobby geht heim … äh, Bobby hat Recht! Es reicht meist vollkommen aus, bestehendes zu verbessern – wenn dies konsequent geschieht! Keine weitere Diskussion. Und im Falle von Diablo 3 – es sieht einfach Blizzard-typisch fantastisch aus weil sie es mal wieder geschafft haben die richtigen Akzente zu setzen, einen wunderschönen Artstyle haben und sehr schöne Effekte und Animationen abspielen. Ich glaube Diablo 3 könnte mich tatsächlich mal wieder eine Weile vor den PC fesseln – dennoch hoffe ich weiterhin auf eine Konsolenversion. Und nochmal ein dank an Plex der uns noch ein paar Insights mit auf den Weg gab. Verdammt, wir glauben dir einfach mal das Blizzard der beste Developer ist für den man arbeiten kann – die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Insofern hätte uns eigentlich nicht überraschen dürfen, das selbst die Bosse noch voll in der Produktion beteiligt sind und natürlich die gesamte Firma mit allen Mitarbeitern an den internen Feedbackprozessen beteiligt ist. Warum machen das andere nicht auch so? Vermutlich weil es mit Aufwand und demzufolge Kosten verbunden ist. Schade, das sollte Schule machen. Ich frage mich jetzt nur noch eins: wann kommt Diablo 3 eigentlich? Man munkelt etwas von 2012 …

IMG 1582 300x225 gamescom and games go ... Dies ist die letzte Konsolengeneration? Glaube ich nicht. Vielleicht ist es die vorletzte, aber dann auch nur um durch ein zeitgemässes Multimedia-Web-Streaming Gerät ersetzt zu werden. Vielleicht eins von Apple? Jedenfalls die nächste Konsolengeneration, die auch ganz bestimmt von Sony und Microsoft kommen wird, wird einfach nur mehr können und immer mehr zum Computer und Medienzuspieler werden. Anmerkung: das habe ich gedacht/gesagt bevor EA rausrückte mit der Prognose das es erst noch eine Xbox 560 und eine Playstation 3.5 geben wird bevor die neue Konsolengeneration antritt. Das bestehende verbessern, hatten wir das nicht schonmal? Die Zukunft der Spiele zuhause, davon bin ich überzeugt, liegt weiterhin im Wohnzimmer. Für unterwegs dagegen vorerst mal bei Apple – iPhone und iPod touch sei dank. Und natürlich Nintendo mit seinem DS(i). Wie sich dagegen PSP Mini und PSP Go behaupten werden? Abwarten. Wie eine Rakete dürften die Geräte allerdings nicht losgehen, das würde mich extrem überraschen. Und webgames werden nicht zuletzt der Smartphones wegen immer mehr überall nutzbar sein – aber eben auch zuhause vor dem Fernseher, vielleicht mit angepasster Steuerung für Wii Fuchteln (unpraktisch) oder (schon eher) Project Natal. Die gerätespezifischen Spiele, die die jeweilige Hardware auch bis ins letzte ausreizen, werden deswegen keinesfalls wegsterben – werden sich aber nur nur noch lohnen wenn sich die Geräte ähnlicher und somit die Portierungen leichter werden oder ein bestimmtes Gerät besonders grossen Marktanteil gewinnen kann. Und gestreamte Inhalte dank Cloudcomputing und soziale Netze in denen man sich per Audio- und Videoschnipsel unterhält kommen auch noch auf den Fernseher. Per Konsole. Oder wie immer man die Dinger dann nennen wird. Social-Games-Multimedia-Web-Set-Top-Box vielleicht? Die Zukunft der Spiele jedenfalls, die könnte ähnlich der Filmindustrie verlaufen – krasse Erlebnisse durch teure Filmproduktionen auf der großen Leinwand präsentiert gegenüber low-budget Produktionen nur für den DVD Verkauf, die teilweise mehr einnehmen als die Blockbuster, aber trotzdem keiner kennt. Im Spielebereich hiesse das boxed product vs downloadable content – wobei letzteres stark anziehen wird und ersterem immer öfter den Schneid abkaufen wird.

Fachbesuchertag – wirklich? Ich war nicht der einzige der erstaunt war, wieviele Kinder (!) bereits am Fachbesuchertag unterwegs waren. Gestört hat es mich nicht besonders, befremdlich fand ich es schon.

Die Kölner Klimaanlage funktionierte prächtig! Gott sei dank! Der Imbissbude im Biergarten dagegen gingen die Ofenkartoffeln und Bratwürste aus, weil nicht schnell genug nachgelegt wurde. Und dazu bestätigte jeder ohne Nachfrage sofort wie eklig, matschig und ungewürzt die Kartoffelecken waren.

Das Rauchverbot in den Hallen in allen Ehren – aber muss das sein das jetzt alle Raucher draußen auf einem Fleck stehen, so das man das Gefühl hat das wäre wie früher in einer Kneipe? So lächerlich die gelb umrahmten Raucherbereiche auf Bahnsteigen sind – da sie nicht in eine Käseglocke mit Dunstabzug eingehüllt sind – so sehr hätte ich sie mir in den Außenbereichen der Messe gewünscht. Am besten weit weg von allen gemütlichen Sitzgelegenheiten und fernab jeglicher Nahrungszubereitung und -zuführmöglichkeit. Vielleicht war deswegen das einzige Messe-Restaurant derart ausgebucht und extrem überteuert? Aber gut, das ist ein globales Problem. Heutzutage mag man sich in Restaurants lieber drinnen aufhalten, weil draussen die Raucher qualmen. Ich finde das Rauchverbot hat das Problem nur verlagert und sollte erweitert werden: überall wo getrunken oder gegessen wird, soll nicht mehr geraucht werden dürfen. Egal ob drinnen oder draussen. Basta!

Die Ausstellung klassischer Computer war sehr nett anzusehen aber einfach viel zu klein und schlecht präsentiert. In den beleuchteten Glasvitrinen war einzig die oberste Ablage beleuchtet, alles darunter verschwand im Schatten. Schade drum. Übrigens war der Sony Stand gleich nebenan, und ähnlich vernachlässigt – kein Mensch wollte an den PSPs spielen und nur vereinzelt standen Besucher an den Playstations. Es war zwar Fachbesuchertag aber bei Microsoft und selbst bei Nintendo in derselben Halle sah das doch deutlich belebter aus. Ich gehe jede Wette ein das dies an den öffentlichen Tagen besser aussieht, aber der Nintendo Stand einige Schritte weiter dennoch doppelt so gut besucht sein dürfte. Ich wundere mich einfach das sich Sony scheinbar freiwillig hinter Nintendo in die dritte Reihe eingereiht hat – in das hinterste Eck der letzten Halle, zwischen Klassik-Computern und Imbissstand wirkte das sehr verloren.

IMG 1587 300x225 gamescom and games go ... Die EA Lounge hätte ich beinahe vergessen. Ein Ort der Andächtigkeit im Untergeschoß. Ich hätte nicht gedacht das ich mich bei meinem bald Ex-Arbeitgeber derart wohl fühlen würde. Klar, da sind auch die ganzen Leute die man so kennt, und da tritt einem auch schonmal ein Tim Schäfer vor die Füße. Nicht ganz selbstverständlich waren sogar die Getränke umsonst. Und die Toiletten kaum besucht – vermutlich weil sie mangels Beschilderung kaum einer gefunden hat. Und die Musikuntermalung … ja, gabs überhaupt eine? Wenn ja war die Auswahl und Lautstärke perfekt gewählt. Die Partystunde ab 18 Uhr hat die Beleuchtung dann auch richtig interessant werden lassen. Ich war sehr überrascht zu sehen das draußen noch taghell war als wir um 19 Uhr die Lounge verliessen.

Meine Hot Pants Theorie: je jünger die Zielgruppe, desto hotter (sprich: kürzer) die Pants. Der Boothbabes natürlich. Dabei fand ich ausgerechnet die familienfreundlichen Wii-Girls am süssesten (neben den Damen von der EA Lounge). Vielleicht auch nur weil sie die einzigen waren, die nicht dum rumstanden und Zettel verteilt haben sondern flott rumgehüpft sind und elegant die Wiimote geschwungen haben. Das ist das neue sexy, liebe Mädels – echte Playgirls! Oh, a propos sexy Rundungen: bin ich eigentlich der einzige der den ferngesteuerten R2D2 nicht gesehen hat?

Mein Fazit: viel dreckige Wäsche gewaschen und mal ein paar Kontakte gepflegt und sogar das ein oder andere sehr interessante Gespräch oder eine vielversprechende Bemerkung aufgeschnappt. Insgesamt bin ich um ein paar Erfahrungen reicher und zufrieden, wenn ich auch weiter an meinen social skills arbeiten sollte.

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Unnötige Gefühlsduselei

Immer wieder höre oder lese ich das jemand nach Videospielen verlangt, die ihn emotional bewegen, gar zu Tränen rühren. Zuletzt von Mick Schnelle: Gebt mir Gefühle.

Ich finde es verständlich dies zu verlangen, wenn man bedenkt das Videospiele zwar Geschichten erzählen und Charaktere haben, aber nie das Mitgefühl auslösen können wie wir es von Filmen kennen. Aber aus meiner Sicht erfüllen Videospiele eine andere Aufgabe als die Geschichten aus Büchern und Filmen. Videospiele sind virtuelle Spielsachen mit denen wir im selben emotionalen Kontext stehen wie mit unseren Plastiksoldaten oder Barbie Puppen von früher. Geweint haben wir da auch als wir uns verletzt haben, oder verletzt wurden weil uns jemand unser Spielzeug wegnahm. Ich sehe nicht das sich das gross ändern wird – auch wenn wir natürlich in der Spieleindustrie mehr tun können um wenigstens halbwegs interessante Stories zu entwickeln.

Und wir sollten uns vor Augen führen, wo Videospiele herkommen: Brettspiele und Rollenspiele – wobei bei letzterem wohl viele gleich an D&D denken aber ich meine z.b. auch Cowboy und Indianer. Jetzt möchte ich den sehen, der sich wünscht das er mal bei Monopoly, Mensch ärgere dich nicht oder Halma weinen möchte. Bu-huuuu!

Die Charaktere in Videospielen sind leblose Gestalten die mit unserer Wirklichkeit nichts zu tun haben. Daran ändert auch nichts die ständig verbesserte Grafik, wenn man das Problem des “uncanny valley” berücksichtigt. Das hält uns davon ab Mitgefühl mit nur augenscheinlich echten Menschen zu empfinden. Das ist auch der Grund warum uns Filme mit echten Schauspielern sehr viel eher unter die Haut gehen, während die gleiche Reaktion bei Zeichentrickfilmen und Mangas sehr viel schwieriger zu erreichen ist. Ich sage nicht, das es vollkommmen unmöglich ist Emotionen durch Spiele auszulösen, auch solche die besonders schwierig sind wie z.b. Mitleid und Sympathie. Es gibt schon heute entsprechende Spiele die durchaus in der Lage sind das zu erreichen, allerdings sind die ein Nischenprodukt und werden es auch bleiben. Interessante Experimente, sozusagen. Nicht mehr.

Und ganz emotionslos sind die Spiele natürlich auch nicht, Wut, Entsetzen, Überraschung, Frust, Freude, usw. ist alles heute schon vorhanden und wird intensiver erlebt wenn wir vernetzt zusammenspielen. Umgekehrt ist es auch so das wir z.b. im Fußball einen emotionsreichen Sport haben, der auch auf Computer und Konsole hervorragend umgesetzt ist. Dennoch ist der Gefühlsausbruch bei Gewinn der virtuellen Meisterschaft nicht mit dem Gewinn der echten Meisterschaft des Lieblingsvereins zu vergleichen. Müssen die Fußballspiele denn da noch irgendwie besser werden, oder tun sie schon alles richtig und wir müssen nur verstehen das es eine deutliche Grenze gibt zwischen virtuell und real erlebtem? Eine Grenze, die wie ich finde jeder von uns kennt und schon selbst erlebt hat, und das ist auch dieselbe Grenze die selbst ausgiebigste Killerspielespieler davon abhält, die gespielte Gewalt in echte umzusetzen.

Als Spieler will ich unterhalten werden, ich will die Spielregeln erlernen und beherrschen und auf jeden Fall Erfolge erzielen. Wenn ich nebenbei noch eine interessante Geschichte erlebe, die mich vielleicht sogar hinters Licht führt wie bei Bioshock, dann bin ich überrascht und erfreut. Aber nur wenn mich die Geschichte in meiner Handlungsfreiheit derart einschränkt das erfolgreiche Elemente aus Filmen eingesetzt werden können, dann können mich die Charaktere und Situationen auch emotionell berühren. Doch dann ist es an dem Punkt aus meiner Sicht kein Spiel mehr, sondern eine Cutscene – ob vorgerendert, Spielgrafik oder gar mit echten Schauspielern ist an dem Punkt eigentlich irrelevant. Was mir in so einer Szene bewusst wird, ist das es dann eben kein Spiel ist – wenn auch nur temporär – und dadurch fühle ich mich machtlos und somit wiederum viel eher distanziert von dem nun gezeigten Geschehen, als würde ich von vornherein einen Film sehen. Meine Einstellung ist aber: ich will spielen. Ich will die Kontrolle. Ich lenke das Geschehen. Eingespielte Filmszenen sehe ich eher als Belohnung für das vorankommen denn als Involvierung meines Ichs in der Spielwelt. Im Gegenteil, eine Cutscene reisst mich aus der Involvierung der ersten Person und degradiert mich für den Moment zur dritten Person, und das passiv. Ich ziehe aber Spiele vor die ihre Geschichte ohne Cutscenes vermitteln können, beispielsweise Half Life 2. Auch wenn die das ungleich schwieriger haben, denn diese Geschichte funktioniert auch nur dann wenn sie meine volle Aufmerksamkeit erfährt. Schliesslich hält mich nichts davon ab mit meiner Gravity Gun Unsinn anzustellen während sich die Charaktere vor mir ihre Liebe gestehen. Es sei denn, das Spiel raubt mir die Gravity Gun für den Moment. Wäre ich ein kleines Kind müsste ich dann vielleicht sogar weinen.

Gehen wir zu sogenannten free world Spielen wie GTA IV merken wir auch schnell das die Welt “free” ist aber die Story in linear ablaufenden Cutscenes erfolgt. Deswegen wird sie auch von vielen als gut empfunden. Und das ist sie im Falle von GTA IV auch. Dabei ist unerheblich ob mich die Geschichte interessiert oder nicht, das besondere an GTA IV ist das die Charaktere innerhalb der Spielwelt eine hohe Glaubwürdigkeit haben. Grundvoraussetzung für eine gute Geschichte. Emotional bewegen tut sie mich trotzdem nicht, selbst wenn die Charaktere menschlicher wären. Weil das eigentliche Spiel im Widerspruch zur Menschlichkeit der Charaktere stünde. Es würde einfach nicht zusammenpassen im selben Spiel herzzerreisende Geschichten zu erleben und im nächsten Moment Passanten auf dem Gehsteig zu überfahren. In diesem Sinne: es erwartet auch keiner eine Beziehungskiste wenn er sich Crank ansieht.

Oder nehmen wir japanische Rollenspiele, bei denen eine grosse Erzählkunst und tiefgehende Charaktere immer wieder neue Maßstäbe setzen. Manch einer fand den Tod seines Weggefährten derart berührend das er sich noch Jahre später daran erinnert. Warum? Weil diese Spiele voll sind von wundervoll inszenierten Mini-Filmchen die die Story vorantreiben. Schauen wir auf das eigentliche Spiel, dann haben wir ein Regelsystem mit rundenbasiertem Kämpfen. Ich wundere mich immer wieder über diese Diskrepanz zwischen Story und Spiel, und warum es nicht abgrundtief lächerlich wirkt. Diese Spiele schaffen es, die in den Zwischensequenzen aufgebauten Sympathien und Antipathien in das Kampfsystem rüberzuretten. Wir wissen das es nur ein Theaterstück ist, sind aber gern bereit darin mitzuspielen. Weil, wie ich denke, von diesen Spielen unsere Fantasie geschickt ausgenutzt wird.

Und da wären wir auch schon am Punkt: würde ich mir freiwillig einen Film ansehen wollen, von dem ich schon von vornherein weiss das er mich zutiefst durch Mitleid, Entsetzen, Trauer zu Tränen rühren und mein Innerstes aufwühlen wird? Eher nicht, Moderation ist hier angesagt. Ein oder zwei Szenen in einem Film, das reicht uns doch schon. Aber wie oft kommt das wirklich vor, in Film und Fernsehen, das uns Schicksale derart Nahe gehen? Ich finde überraschend selten, wenn man mal genau darauf achtet. Wann lief denn z.b. der letzte Tatort der uns emotional berührt hat? Oder die letzte Folge von Dexter bei der wir Entsetzen empfanden? Trotzdem wird jetzt keiner verlangen das mich Film und Fernsehen stärker emotional mitreissen sollen – in erster Linie wollen wir doch unterhalten werden. Und das sollten wir dann auch bitte nicht von Videospielen verlangen, zumal die Videospiele noch von ganz anderen Dingen leben, die kein Film bieten kann. Filme wollen erreichen, das wir ihre Charaktere begleiten. Spiele lassen uns die Charaktere leiten.

Ich denke einfach, in Videospielen muss ich keine herzergreifenden Heiratsanträge stellen oder meinen virtuellen Partner in meinen virtuellen Händen sterben sehen. Ab und an kann das ganz interessant sein aber das macht eben nicht den Reiz von Videospielen aus, und vor allem macht es sie nicht besser. Wir können keine noch so tolle Story erzählen, wenn die Spielmechanik Mist ist, die Steuerung ungenau oder die Physikengine mal wieder Dinge in der Luft schweben lässt. Deswegen würde ich auf solche emotional bewegenden Geschichten in Videospielen weder warten noch sie einfordern, denn es ist eigentlich gar nicht in unserem Interesse bei Spielen dieselben Maßstäbe anzusetzen wie bei Filmen. Nur weil die beiden Medien sich visuell annähern, heisst das noch lange nicht das ich als Spieler auch fühlende Menschen in den Nichtspielercharakteren (NPCs) sehe anstatt vermenschlichte Halmasteine, die ich jederzeit ohne mit der Wimper zu zucken umwerfen kann. Weil ich kann ja auch einfach den letzten Spielstand wieder laden, ich wollte schliesslich nur mal sehen ob das Spiel das zulässt. Das wäre, als würde man einen Film wie Titanic ständig vor- und zurückspulen weil man nochmal genau sehen will wie das Schiff auseinanderbricht. In dem Moment ist unser Bezug zu den Charakteren im Film ebenfalls verlorengegangen.

Und das ist in meinen Augen auch der Grund, warum gewalthaltige Videospiele keine virtuellen Mordsimulatoren sind. Wir sind uns stets bewusst, das der virtuelle Tod nie endlich ist, und frustriert oder verärgert sind wir nur darüber das uns das Spiel jetzt für einige Sekunden lang aus dem Spiel nimmt und wir einen Punkt verloren haben. Oft sogar weil wir uns selbst vorzuwerfen haben wie blöde wir gerade agiert haben. Ich würde nun nicht behaupten das gewalthaltige Videospiele für jeden vollkommen harmlos sind – jeder kann sich krankhaft in eine Fantasiewelt zurückziehen – aber im grossen und ganzen dürfen sich doch 99.998% der Bevölkerung daran schadlos erfreuen. Und die Behauptung das uns solche Spiele desensibilisieren würden, weil wir sie nach einiger Zeit nur noch konzentriert und emotionslos spielen, ist genauso albern. Wenn ich einen Film zwanzig mal gesehen habe, werde ich ihn auch nur noch emotionslos konsumieren und nicht mehr zu Tränen gerührt sein wenn er ihr zum zwanzigsten mal den Heiratsantrag stellt. Das heisst aber nicht das ich in einer ähnlichen Situation, in einem anderen Film, nun nur noch müde Gähnen muss wenn sie ihm das Ja Wort gibt.

In diesem Sinne: ballert weiter, habt vor allem viel Spass und spart euch die Gefühlsausbrüche für euren eigenen Heiratsantrag.

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Der Spiele-PC ist tot!

Bezugnehmend auf die prophezeite PC Spieledämmerung von Roland Austinat.

Als Spieleentwickler kann ich Roland voll zustimmen wenn er sagt “die Tage des Spiele-PCs sind gezählt”. Allerdings sollte man dabei bedenken das er den Spiele-PC meint, der alle zwei Jahre aufgerüstet oder gleich ersetzt wird – um die neuesten Spiele spielen zu können. Das sind in meinen Augen Harcore-Spieler, zu denen ich mich auch selbst zähle. Doch seit meinem letzten Upgrade vor rund 6 Monaten frage ich mich ernsthaft ob ich nicht ein paar hundert Euro hätte sparen können – spielen tu ich kaum noch auf meiner Kiste, und wenn dann sind es solche games die weit unter der Würde meiner Grafikkarte liegen.

Aus meiner Sicht leidet die Plattform PC in erster Linie unter den Krankheiten Raubkopien und Hardwaredivergenz.

Ersteres lässt sich nur noch sinnvoll durch Online-Registrierung einschränken, deswegen wird sich der PC mehr und mehr zur Online-Games Plattform wandeln. Insbesondere MMOs und Multiplayer-Shooter werden weiterhin sehr stark vertreten sein auf dem PC, und sogar Zuwachs bekommen.

Die unterschiedliche Hardware, und darüber hinaus die unglaubliche Menge an Software die auf jedem Rechner installiert sein könnte, macht jeden Rechner zu einem unikum und überlässt es dem Spieler eventuelle Konfigurationsfehler selbst zu beheben. Allerdings mit dem Problem das kaum ein Spieler wirklich in der Lage ist selbst einzuschätzen ob es an seinem Rechner liegt, oder am Spiel selbst. In den meisten Fällen wird der Hersteller in die Pflicht genommen, doch bitte sein Spiel so zu programmieren das es auch auf dem eigenen Rechner läuft. Man muss dazu nur mal in die Foren schauen, viele selbst ernannte Hardcorezocker sind heutzutage nicht mal mehr in der Lage zwecks Troubleshooting ihre Treiber in default-Einstellung zu versetzen – nein, das Spiel muss natürlich auch mit den hochoptimierten Einstellungen die mittels nvTweak oder direkt per registry hack erreicht wurden funktionieren. Als PC Hersteller hat man daher ein riesiges Support Problem, und vor dem Release ein Test-Problem. Gut getestete Engines können das Problem immerhin einschränken, sind aber kein silver bullet.

Trotzdem, für neue Entwickler ist die Plattform PC immer unattraktiver geworden gerade weil andere Plattformen es einem erlauben sich auf das Spiel und die eine Hardware zu konzentrieren. Selbst wenn es wie jetzt beim iPhone, iPod Touch und dem neuen 3G S verschiedene Hardwaregenerationen gibt, ist es doch wesentlich leichter für ein Gerät zu programmieren das ein paar Hardwarevarianten hat, aber softwareseitig dem Nutzer nicht erlaubt im System rumzupfuschen, oder Software zu installieren die das tut. Ich sage nur: registry cleaner und Windows tweaker, aggressive Anti-Spam und Virenkiller, Daemon Tools und selbst die Kopierschutzsoftware der Spielehersteller selbst.

Was bleibt für den PC?

Kurzfristig die Hardcore-Gamer die sich in MMOs oder mit FPS Online-Shootern vergnügen.

Langfristig wird der PC Markt die Bastion für reine Online-Spiele (nicht nur MMOs) und dabei in erster Linie für Webgames – Ogame, Travian, Age of Kings, und wie sie alle heissen. Reine single-player Spiele werden seltener und gleichzeitig häufiger eine Online-Registrierung erfordern, obwohl die gar nicht nötig wäre. Damit das trotzdem funktioniert werden auch für diese Spiele bei Online-Registrierung zusätzliche Spielinhalte freigeschaltet, so das im Idealfall die raubkopierte Fassung nicht den gesamten Spielspass bietet.

Alles andere findet auf den Konsolen statt. Das heisst eigentlich nur: immer mehr findet auf den Konsolen statt. Und jetzt bald auch Twitter und Facebook, oder wenn man die PS3 mit Linux nutzt auch das Internet an sich – entsprechendes Eingabegerät (aka keyboard) vorausgesetzt.

Ich persönlich spiele, seit ich Weihnachten 2006 eine Xbox 360 besitze, kaum noch am PC. Es ist einfach sehr viel bequemer mit einem Controller in der Hand auf der Couch oder im Bett zu zocken. Das ich als ehemals Hardcore PC Freak immer an den Grafikeinstellungen tweake bis ich die richtige Balance zwischen FPS und Optik gefunden habe, hat mich oft davon abgehalten ein Spiel wirklich als solches zu geniessen. Ich bin so froh das ein Spiel auf der 360 so läuft wie es läuft. Wenns ruckelt, weiss ich ich kann keine Schalter drehen, also Augen zu und durch bis es wieder flüssig läuft. Ich spiel das Spiel ja des spielens wegen, und nicht weil ich dran erinnert werden will das meine 400€ Grafikkarte immer noch nicht schnell genug ist. Das ist für mich sehr frustrierend und gleichzeitig reizt es den Optimierer und Problemlöser in mir (bin Programmierer) an den Einstellungen rumzufummeln. Der Drang ist auf dem PC so stark, das ich dabei mitunter das spielen vergesse.

In den vergangenen Jahren habe ich daher am PC nur wenig gespielt, unter anderem EVE Online und ein bißchen WoW und Warhammer. Mangels Konsolenalternative auch games wie Sid Meier’s Railroads und Titan Quest. Und ein paar casual games sind auch dabei, z.b. Plants vs Zombies oder Trials, beides von Steam. Überhaupt, wenn ich mir noch PC Spiele kaufe, dann eigentlich nur über Steam oder kleinere Indie Games, wie z.b. den Bridge Builder (Pontifex). Das sind im übrigen auch alles Spiele die ich auf MAX Einstellungen flüssig laufen lassen kann, das ist mir mittlerweile lieber als moderne Spiele die sich trotz high-end Hardware in default Einstellung nur mit 30-40 fps über den Schirm schieben und mich zwingen in den Optionen rumzufummeln. Und wenn ich dann mal die Einstellungen für 60 fps hingefummelt habe kommt bestimmt gleich die Szene mit Effekt-Overkill und es ruckelt doch wieder extrem – zwar nur kurzfristig, aber extrem störend.

Es ist eigentlich traurig wenn ich mir ansehe welche Spiele überhaupt noch auf meiner rund 6 Monate alten Kiste installiert sind, nachdem ich die “muss ich unbedingt mal mit meiner neuen Hardware angetestet haben” Spiele runtergeworfen habe – also Crysis und Co. Da ist nichts mehr dabei was meiner Hardware (Radeon HD4870, Core Duo 2 E8500 @ 3.3 GHz) eigentlich angemessen wäre. Auch das overclocken – ich machs immer wieder gern – ist genau genommen ein Witz und ich mach es eigentlich nur noch um rauszufinden wo die Grenzen liegen. Klar läuft mein Core Duo auf deutlich über 4 GHz und das mit Standardkühlung und stundenlang im Dauertest stabil, ein wenig geht mir dabei auch das Herz auf deutlich mehr Leistung für mein Geld bekommen zu haben. Doch ein bis zwei Abstürze am Tag deswegen sind mir schon zuviel, lieber verzichte ich auf 1 GHz (oder rund 25%) Leistung, zumal ich eh keinen echten Nutzen davon habe. Die meiste Zeit läuft mein Rechner im Stillstand und wartet während ich ein HD Video ansehe, bei knapp 30% CPU Auslastung. Wenigstens war ich vernünftig genug mir keinen Quadcore zuzulegen, das macht zum spielen derzeit noch überhaupt keinen Sinn, egal was einem die Fachmagazine da weissmachen wollen – da werden auch schonmal 12% Leistungssteigerung statistisch durch überzeichnete Balkendiagramme geschönt. Schliesslich will man die 200€ Mehrpreis (oder viel, viel mehr) für eine 200-400 MHz langsamere aber dafür vierkernige CPU auch wieder gerechtfertigt wissen.

Der PC Spielemarkt wird letztlich divergieren in Casual und Online-Games für eine breitere Masse, und einige wenige Hardcore-Games (meist FPS) die die Technologie in den Vordergrund stellen – von Firmen wie id Software, Epic und Crytek die in beträchtlichem Mass ihre Studios durch den Verkauf ihrer Engines finanzieren. Im Grunde ähnlich zum Automarkt, die breite Bevölkerung fährt einen VW, Kia oder Ford während die Enthusiasten sich dem Porsche, Ferrari oder der S-Klasse zuwenden. Dazwischen gibt es nur wenige Idioten die meinten sie müssten sich Breitreifen unter ihren Polo klemmen und glauben das würde irgendwie Eindruck schinden (ich finds ja nur lächerlich). Das gleiche gilt für wassergekühlte PCs mit Plexiglasfront und Leuchtstoffröhrenbeleuchtung die nach 12 Monaten schon wieder zum alten Eisen gehören und deren Wasserkühlung nicht aufwärtskompatibel ist. Aber laut schreien “der PC ist die Spielemaschine schlechthin”. Klar, der Polo ist ja auch eine Rennsemmel.

Ganz aussterben werden die high-end Games natürlich nicht, genauso wie die Formel 1 sind das nämlich Instrumente um einerseits Marketing zu machen und andererseits Technologien zu entwickeln die in vielen, vielen Jahren dann auch mal dem Massenmarkt zugute kommen und sich prima verkaufen lassen – in Lizenz, teuer bezahlt. Wie die Sache mit dem Teflon: früher high-end Material für die Raumfahrt, heute in jeder Pfanne zu finden. (Und wer sich auskennt wird bemerkt haben das die Nasa Teflon gar nicht erfunden hat.)

So, ich mach mir jetzt ein Spiegelei und überlege mir dabei was ich nachher auf der Konsole zocke. :)


UPDATE: weitere Gründe warum ich lieber auf der Konsole zocke und den PC spieltechnisch links liegen lasse:

  • Community: auf Xbox Live sehe ich ob meine Freunde und Kollegen online sind, was sie tun und taten und was sie bisher erreicht haben. Ab und zu mal chatten und Nachrichten rumschicken, und generell das Gefühl zu haben “nicht allein zu zocken” auch wenn ich eher selten mit meinen Friends zusammen spiele. Am PC gibts nur Steam und Xfire als vergleichbares, doch nutzt jeder eine andere Plattform und viele Spiele bringen noch ihre eigene mit. Das zerstreut meine Friends und verhindert ein einheitliches Community feeling.
  • Controller: ich hatte vor einigen Jahren (2002-2003) akuten Golfer- und Tennisellbogen (Entzündung der Muskelansätze im Ellenbogen). Das kriege ich nie wieder ganz los. Seitdem merke ich das arbeiten und insbesondere Spielen am PC für mich viel schneller zu unangenehmen Empfindungen führt als der Xbox 360 Controller.
  • Entspannung: am PC spielen heisst am Schreibtisch sitzen, und das wiederum bedeutet eine relativ angespannte Körperhaltung. Das läuft dem “sich entspannen” komplett zuwider. Ich fühle mich einfach nicht so entspannt am PC als auf der Couch oder im Bett vorm grossen Fernseher.
  • Gamerscore: finde ich immens wichtig. Nicht so sehr der Gesamtscore als die zusätzliche Motivation bestimmte Spielziele zu erreichen, die ich mir sonst nicht selbst stellen würde. Töte alle Tauben, spiels auf Ultrahardcore, rolle einen 10 km Katamari, mach einen Hattrick online, spiel den Coop Modus durch, schaff jedes Level mit einer Goldmedallie, usw. – das hält mich am zocken, und bringt mich dazu auch mal solche Spiele (durch) zu spielen, die ich sonst im Leben nicht anfassen würde wenn am Ende dafür 1000 Punkte winken. Für mich als Spieleentwickler ist das auch Gold wert zu wissen was as an den anderen Enden der Spektren (schlechte, casual, oder nicht-mein-Ding Spiele) noch gibt.
  • Installation: keine. Naja, zumindest auf der Xbox 360 ist sie optional, ich installier dennoch die Spiele die ich aktuell spiele – kann mir das aber sparen bis ich weiss das ich das Spiel wirklich länger spielen werde und mal 20 Minuten was anderes mache. Die PS3 Spiele dagegen benötigen manchmal schon eine (langwierige) Installation bevor man loslegen darf, und da muss ich Sony wirklich fragen: warum erlaubt ihr so einen Scheiss? Doch nur weil eure Konsolenversionen alle eine Festplatte aber dafür ein verhältnissmässig langsames Blueray Laufwerk haben. Im Sinne der Spieler ist das nicht, und da sollte auch mal Cliff Bleszinski bitte aufhören dran rumzumäkeln das es eine Xbox 360 auch ohne Festplatte gäbe. Solche Entwickler würden uns dann vorschreiben das Spiel 20-30 Minuten lang installieren zu müssen bevor wir es geniessen dürfen. Ich würds dann lieber sein lassen.
  • Konfiguration: unnötig und oft auch kaum vorhanden. Mal die X Achse invertieren oder den Schuss-Knopf vertauschen oder die Bildhelligkeit einstellen – mehr brauchts wirklich nicht. Am PC dagegen bekommt man eine Vielzahl an Video und Sound-Einstellungen deren automatische Einstufung für die jeweilige Rechnerhardware nur bedingt funktioniert. Also ist man gezwungen daran rumzuschrauben. Wenn man jetzt nur wüsste welche der 30 Regler denn bewirken das einem grad 30 fps fehlen – meist sind es ja nur ein oder zwei Einstellungen die 50% der Performance ausmachen, und eine davon ist die Bildschirmauflösung. Ohje, schonmal auf einem 1920×1200 Monitor ein Spiel mit niedrigerer Auflösung, oder gar ein älteres ohne 16:10 Unterstützung gespielt? Das sieht einfach nicht gut aus. Auf der Konsole gibts nur 480, 720 oder 1080 Zeilen wobei letzteres auch 720 super darstellt und der Unterschied zwischen 720 und 1080 auf zwei Meter Entfernung sowieso nur noch im direkten Vergleich wahrzunehmen ist.

Und hier noch die Gründe, die angeblich für den PC sprechen sollen, aber eigentlich genau sein Problem sind:

  • Vielfältige Hardware: natürlich kann ich mir die für mich ideale Hardwarekombination zusammenstellen und sowohl billig als auch überteuerten high-end Kram zulegen. Für Entwickler ist das jedoch grauenvoll: jeder Chip wird von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Konfigurationen hergestellt. Von jedem Chip existieren mehrere Hardwaregenerationen, von denen es im Laufe der Zeit auch verschiedenste Revisionen gibt, und dann noch stromsparend Versionen für Notebooks & Co. Sei es Grafik, CPU, Motherboard oder ein anderer Chip – für jeden davon, von jedem Hersteller und für viele Revisionen gibt es eine Vielzahl von Treiberversionen die dann auch noch alle in jeder Version miteinander können müssen. Es ist eigentlich ein Wunder das PCs überhaupt stabil laufen können. Geschweige denn PC Spiele.
  • Kontrolle übers System: würden Autofahrer etwas vergleichbares tun was PC Nutzer tagtäglich tun, dann sähe das so aus: Dieselkraftstoffoptimierungskompensator vor dem Einspritzer installieren, Treibstoffschlauchdruck weit über Spezifikation erhöhen oder bei Stillstand regelmässig Marderabwehrdämpfe in den Motorraum zerstäuben. Ich habe keine Ahnung wie das aussehen oder funktionieren sollte. Aber auf dem PC ist sowas gang und gäbe, und wieder stellt sich die Frage: kann sowas überhaupt stabil laufen und gut sein fürs System, wenn der unerfahrene aber besserwissende Anwender ständig drin rumpfuscht?
  • Mehr als nur spielen: genau, der PC ist ein Multifunktionsapparat. Demzufolge kann er alles und vieles davon ganz gut, aber nichts wirklich richtig gut. Das gilt auch für Spiele. Maus und Tastatur zur Steuerung von Spielen sind eine echte Krückenlösung – auch wenn sie mittlerweile ganz gut funktionieren und akzeptiert sind – man merkt es ihnen an das sie nie für die Steuerung von Spielen konzipiert wurden.

UPDATE 2: eine Reaktion auf Jörg Langers Reaktion auf Roland Austinats Meinung (langsam wirds kompliziert). :)

Hmmm … eigentlich genau das was ich geschrieben habe, auf Reaktion zu Rolands Meinung. Der PC wird die Download Plattform schlechthin, stark in Online-Spielen und speziell MMOs, und zuguterletzt quasi als “Formel 1″ Disziplin werden auch die high-end Spiele nicht aussterben.

Aber Jörg, wie schön das du die menschliche Bequemlichkeit erwähnst, wegen genau dieser spiele ich persönlich seit 2 Jahren fast nur noch auf Konsole – wohingegen ich bis dahin ein fast reiner PC Spieler war.

Hauptgrund: Bequemlichkeit!

Weil: auf Konsole zocke ich bequem auf der Couch oder im Bett. Ich halte einen Controller der für Menschenhände designed wurde um Spiele zu spielen. Ich muss kein Spiel installieren (ok, die PS3 macht wieder die unrühmliche Ausnahme) und kaum Einstellungen verändern bis ich loslegen darf. Da ich noch in einer Zeit aufgewachsen bin als Musik auf Silberscheiben verkauft wurden habe ich auch kein Problem ein oder zweimal am Tag die Disc zu wechseln – ich empfinde es sogar als angenehm den Spielestapel zu durchstöbern auf der Suche nach dem “worauf hab ich jetzt grad Lust” Spiel. Und wenn mir auch das zuviel ist und ich sowieso nur kurz zocken will gibts auch immer einen Xbox Live Arcade Titel den ich weiterspielen kann.

Und ja, zwar kann ich auch auf dem PC meinen Xbox Controller anschliessen und mir einen Sessel vor den Tisch schieben – aber das wird schon wieder ganz schnell ein grösserer Aufwand. Denn konfigurieren/kalibrieren muss ich den Controller auch noch, und wenns keine Portierung von einem Konsolenspiel ist (das ich dann sowieso gleich auf der Konsole spielen würde) muss ich noch die Konfiguration des Controllers vornehmen, oder gar ein Extra-Tool dafür bemühen. Natürlich kann ich auch gleich auf Maus und Tastatur zurückgreifen, aber obwohl ich das früher als gottgleiche Eingabegeräte für shooter angesehen habe – mittlerweile finde ich sie einfach nur umständlich zu benutzen und ergonomisch zweifelhaft.

Grafisch wird zwar bei PC Spielen mehr geboten, doch macht das spielerisch kaum einen Unterschied. Dafür muss ich dann meist selbst Hand anlegen um das Spiel auf gute Optik bei gleichzeitig möglichst konstant hoher Framerate zu optimieren – via dutzender Einstellungen im Spiel und ebensovieler im Grafikkartentreiber.

Ich bleib dabei: der Spiele-PC ist tot. Für mich zumindest. Bis auf gelegentliche Web/Flash Games und hier und da mal ein MMO – man ist ja sozial. Alles andere spielt sich auf der Konsole ab. Im Sinne des Wortes, und des Spielers in mir.

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